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Gutachterkosten sind bei Erbschaftsteuer abzugsfähig

Sachverständigenkosten zur Bewertung von Nachlassgrundstücken sind bei der Erbauseinandersetzung als Nachlassverbindlichkeiten abzugsfähig.

Auf Grund gesetzlicher Erbfolge wurde der Kläger Miterbe zu ¼. Im Nachlass befanden sich Immobilien. Die Miterben setzten sich teilweise über die Immobilien auseinander. Zur Vorbereitung der Auseinandersetzung holten die Miterben Sachverständigengutachten über die Grundstückswerte ein. Bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer berücksichtigte das Finanzamt nur die auf den Kläger entfallenden Kosten für die Umschreibung im Grundbuch. Die Gutachterkosten sowie die zur Erbauseinandersetzung angefallenen Notar- und Anwaltskosten erkannte das Finanzamt nicht als abzugsfähig an. Der Kläger beantragte, diese weiteren Kosten anlässlich der Teilerbauseinandersetzung über die Immobilien sowie die ihm persönlich entstandenen Anwaltskosten für die Auseinandersetzung vollständig bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs abzusetzen. Das FG wies die Klage ab.

Der BFH gibt der Revision statt. Als Nachlassverbindlichkeiten sind unter anderem die Kosten, die dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung und der Verteilung des Nachlasses entstehen, abzugsfähig. Zu den Kosten der Nachlassverteilung gehören die unmittelbar im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft anfallenden Aufwendungen. Dazu rechnen auch die Auslagen eines Gutachters, der die Nachlassgegenstände bewertet, sofern auf dieser Grundlage der jeweilige Nachlassgegenstand aus der Erbengemeinschaft in das Alleineigentum des Miterben überführt werden soll. Ist Grundbesitz vorhanden, sind auch die Notariats- und Gerichtskosten, Aufwendungen für anwaltliche Beratung und außergerichtliche sowie gerichtliche Vertretung des jeweiligen Miterben bei der Erbauseinandersetzung nebst etwaigen Gerichtskosten zu berücksichtigen. Es ist unerheblich, ob die Miterbenstellung auf gewillkürter oder gesetzlicher Erbfolge beruht und ob der Erblasser Teilungsanordnungen niederlegte. Auch darauf, ob die Erbauseinandersetzung auf einer Vereinbarung unter den Miterben beruht oder Ergebnis eines gerichtlichen Verfahrens ist, kommt es nicht an.

Praxishinweis:

In aller Regel sind in einem Nachlass Immobilien. Unabhängig davon, ob sich eine Miterbenstellung aus einem Testament oder aus gesetzlicher Erbfolge ergibt, müssen sich die Miterben auseinander dividieren. Zur Vorbereitung der Erbauseinandersetzung ist regelmäßig die Einholung von Gutachten zur Wertfeststellung der Immobilien (oder anderer unbeweglicher Nachlassgegenstände) angezeigt. Der BFH erkennt die Abzugsfähigkeit dieser Kosten ebenso an, wie Aufwendungen für eingeschaltete Rechtsanwälte, die mit der Unterstützung der Erbauseinandersetzung beauftragt sind. Da die Finanzämter nicht selten diese Abzugsfähigkeit verneinen, kann dem nunmehr unter Hinweis auf die Rechtsprechung, wirksam entgegengetreten werden.