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Fragen zur Patientenverfügung - FAQ

Wozu benötige ich überhaupt eine Patientenverfügung?
Die Patientenverfügung hilft den behandelnden Ärzten und insbesondere auch Ihren Angehörigen in einer konkreten Behandlungssituation, in der Sie selbst Ihre Behandlungswünsche nicht mehr äußern können, eine Entscheidung in Ihrem Sinne zu fällen. Wichtig: Dies bedeutet umgekehrt, dass solange Sie selbst mit den Ärzten reden können, die Patientenverfügung nicht greift und allein Ihr geäußerter Behandlungswunsch maßgeblich ist.

Was kann in der Patientenverfügung geregelt werden?
In der Patientenverfügung können Sie als künftiger Patient darüber verfügen, was geschehen soll und darf. Sie können sich alle Ihnen sinnvoll erscheinenden Behandlungsmethoden und Therapien wünschen bzw. diese ausschließen. Beispielsweise können konkrete Behandlungswünsche im Hinblick auf Bluttransfusionen, Organtransplantationen, Verwendung noch nicht erprobter Medikamente oder noch nicht zugelassene Behandlungsmethoden festgelegt werden.

Habe ich ein Recht auf Sterbehilfe?
Unterschieden werden muss zunächst zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe. Aktive Sterbehilfe, also das Herbeiführen des Todes durch äußere Umstände (z.B. Verabreichung Medikament, Spritze), ist in Deutschland nicht erlaubt. Passive Sterbehilfe, also das bloße "Sterbenlassen" (Abbruch lebensverlängernder Massnahmen) ist grundsätzlich zulässig, insbesondere wenn der Sterbevorgang bereits eingesetzt hat. Die Grenzen zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe sind allerdings fließend.

Wie wird eine Patientenverfügung errichtet?
Eine vorgeschriebene Form gibt es nicht. Theoretisch könnte die Patientenverfügung also auch mündlich erstellt werden, was jedoch zu erheblichen Beweisschwierigkeiten führt. Eine notarielle Form ist jedenfalls nicht erforderlich.

Kann ich auch eines der vielen angebotenen Formulare verwenden?
Grundsätzlich kann man ein solches (z.B. im Internet oder bei verschiedenen caritativen Einrichtungen erhältliches) Formular zur Erstellung seiner Patientenverfügung verwenden. Allerding ist davor ausdrücklich zu warnen ! Diese Formulare sind gezwungenermassen sehr allgemein gehalten und nicht auf den jeweiligen Einzelfall bezogen. Deshalb können sie nur sehr oberflächlich sein und den Willen des Erstellers nur vage zum Ausdruck bringen. Im Zweifel ist die Patientenverfügung dann zwar nicht unwirksam, aber unausreichend und wird nicht beachtet. Aus diesem Grund sollte eine Beratung mit einem Arzt und einem Rechtsbeistand zwingend erfolgen.

Was kostet die Patientenverfügung?
Was leider sehr häufig festzustellen ist, ist dass für einen Satz Reifen oder einen neuen DVD-Player ohne groß nachzudenken Geld ausgegeben wird, an der Zukunftsvorsorge (bei der es um das L e b e n geht) dagegen gespart wird. Dies sollte nicht sein, zumal eine professionelle Patientenverfügung alles andere als teuer ist. Von der Nennung eines Preises müssen wir an dieser Stelle (aus rechtlichen Gründen) leider absehen, bitten Sie aber uns darauf anzusprechen.

Ist die Patientenverfügung bindend?
Seit der Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 17.03.2003 ist eine Patientenverfügung als verbindlich anzusehen und ist nicht mehr nur Indiz neben anderen Kriterien, die sich aus den Lebensumständen des Patienten ergeben.

Kann ich die Patientenverfügung jederzeit ändern?
Ja. Die Patientenverfügung kann jedereit abgeändert oder auch zurückgenommen werden.

Wie und wo wird die Patientenverfügung aufbewahrt?
Eine zentrale Stelle, bei der alle Patientenverfügungen registriert sind, gibt es (noch) nicht. Deshalb ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt im Ernstfall auch von der Patientenverfügung Kenntnis erlangt. Zum einen bietet es sich dazu an, einen "Vorsorgeausweis" mit dem Hinweis auf Ihre Patientenverfügung im Geldbeutel zu tragen, zum anderen empfiehlt es sich, einen Bevollmächtigten einzusetzen, der für die Durchsetzung der Patientenverfügung steht.