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Teilzeitarbeit per Eilverfahren durchsetzbar

Das Landesarbeitsgericht Hamm (AZ: LAG Hamm: 19 Sa 1956/03) hat entschieden, dass ein Arbeitgeber einem kranken Mitarbeiter sogar bis ins Krankenhaus nacheilen darf, um ihm dort ein Kündigungsschreiben zu übergeben. Als Begründung gab es an, dass eine Kündigung nicht schon deshalb unwirksam sei, weil sie zu einem den Arbeitnehmer besonders belastenden Zeitpunkt erfolge. Erst wenn der Arbeitgeber absichtlich oder aus Gedankenlosigkeit die persönlichen Belange des Mitarbeiters beeinträchtigt, sei die Kündigung 'ungehörig' und damit rechtswidrig.

Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zugrunde:
Ein seit anderthalb Jahren als Systemtechniker angestellter Mitarbeiter litt aufgrund des Todes seines Vaters unter Depressionen und wurde deshalb in eine Nervenklinik aufgenommen. Daraufhin schickte der Arbeitgeber einen Mitarbeiter und eine Rechtsanwaltsgehilfin seines Prozeßbevollmächtigten in die Klinik, um dem Mitarbeiter die Kündigung zu übergeben. Außerdem sollten sie den Erkrankten zur Herausgabe eines Firmen-Laptops sowie eines Handys auffordern. Dazu kam es dann allerdings nicht mehr, weil der zuständige Stationsarzt die beiden Personen aus der Klinik wies und ihnen Hausverbot erteilte.
Während das Arbeitsgericht Detmold die Kündigung wegen Verstosses gegen Treu und Glauben noch für unwirksam hielt und dies damit begründete, dass der Arbeitgeber das Kündigungsschreiben an die Ehefrau des erkrankten Mitarbeiters hätte übergeben können oder die Zustellung durch Einwurf in den Hausbriefkasten sicherstellen, argumentierte das LAG Hamm dahingehend, dass es den Mitarbeiter zwar aufgrund seiner Depressionen zusätzlich belastet hätte die Kündigung im Krankenbett entgegen zu nehmen. Jedoch wäre letztlich im Fall einer alternativen Zustellart die Belastung auf Seiten des Arbeitnehmers nur zeitlich verzögert worden. Auch sei die Pflicht zur Rücksichtnahme im konkreten Fall auch deshalb nicht so hoch einzuschätzen, weil das Arbeitsverhältnis noch nicht so lange bestanden hatte und die Krankheitsursache der persönlichen Sphäre des Arbeitnehmers zuzuordnen war.

Zusammengefasst lautet das Fazit des LAG somit:
Krankheit schützt weder vor der Kündigung an sich, noch vor deren Zugang.
Dies gilt auch dann, wenn das Verhalten des Arbeitgebers, wie sich die Hammer Richter ausdrückten, den Vorstellungen von Rücksichtnahme auf einer menschlichen Ebene nicht entsprochen hat.