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Trennung: Umgangsrecht (für Kinder)

Grundsatz

Das Recht des nichtehelichen Vaters auf Umgang mit seinem Kind ist zwischen den Eltern häufig ein großer Streitpunkt. Das ist nicht nur so bei Paaren, die nicht zusammenleben, sondern natürlich auch bei denjenigen, die eine Lebensgemeinschaft gebildet haben und sich nun trennen. Im Gegensatz zum früheren Recht hat seit 01.07.1998 auch der nichteheliche Vater grundsätzlich ein Umgangsrecht, auch wenn er nicht sorgeberechtigt ist. Nach einer im April 2003 ergangenen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts muss der Gesetzgeber bis 30.04.2004 die Möglichkeit des Umgangs für einen biologischen Vater auch dann schaffen, wenn das Kind rechtlich einen anderen Mann als Vater hat. Das kann z.B. dann der Fall sein, wenn das Kind aus einer außerehelichen Beziehung der Mutter stammt, die verheiratet ist. Dann gilt ja der Ehemann rechtlich als Vater. Wenn die Mutter an der Fortführung ihrer (Neben)beziehung nicht interessiert ist, ist sie auch nicht daran interessiert, dass der biologische Vater womöglich die gerade wieder "geheilte" Ehe durch den Umgang mit dem Kind stört. Dieser kann aber durchaus Interesse an seinem Kind haben.

Umgang ist ein Recht des Kindes und Recht und Pflicht der Eltern

Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen. Das Kind hat ein Recht auf Umgang mit jedem Elternteil. Jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.

Regelung des Umgangs durch das Familiengericht

Das Familiengericht kann über den Umfang des Umgangsrechtes entscheiden und seine Ausübung näher regeln.

Es kann den Umgang auch einschränken oder ganz ausschließen, allerdings nur dann, wenn dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist.

Allgemeine Regeln dafür, nach welchen Grundsätzen eine solche Entscheidung getroffen werden wird, lassen sich nicht aufstellen. Die ganz besonderen Bedingungen des jeweils zu entscheidenden Falls sind maßgebend. Damit Sie dennoch selbst beurteilen können, ob ein Antrag auf Regelung des Umgangs Erfolg haben wird oder - umgekehrt – Ihre Weigerung, hier einige Hinweise, welche Umstände Gerichte für wichtig halten können:

  • ganz sicher die Dauer Ihrer Beziehung: Wenn Sie zusammengelebt haben, das Kind während des Zusammenlebens geboren wurde und zunächst mit beiden Eltern aufgewachsen ist, dann ist das ein gewichtiger Grund für das Umgangsrecht.
  • die Umstände Ihrer Trennung, ob sie einigermaßen friedlich oder sehr mit Streit beladen abgelaufen ist und was das Kind dabei erlebt hat.
  • ob fortdauernd Spannungen und Streitigkeiten zwischen Ihnen, den Eltern, bestehen.
  • ob eine echte innere Anteilnahme und Zuneigung zum Kind besteht und der Wunsch, an seiner Entwicklung teilhaben zu können, oder ob das Vorhaben nur ermöglichen soll, mit der Mutter wieder in Verbindung zu kommen.
  • die Bindungen des Kindes zum Vater, gegebenenfalls auch zu dessen Familie.
  • der Wille des Kindes. Auch ein kleines Kind kann ihn schon sehr deutlich kundtun.
  • das Alter des Kindes bei der Trennung. Wenn es noch sehr klein oder gar ein Säugling war, wird ein Umgang eher nicht in Frage kommen, weil dann noch keine wesentlichen inneren Bindungen entstanden sein können. Es hat aber andererseits auch schon Entscheidungen gegeben, in denen ein Umgangsrecht zugebilligt wurde, obwohl die Eltern sich schon vor der Geburt des Kindes getrennt haben.
  • wie eventuell eine neuer Partner oder Ehemann der Mutter einbezogen ist. Wenn das Kind praktisch nur ihn als Vater kennt, ist ein Umgang mit dem "richtigen" Vater für es als verwirrend. Andererseits wird der Wunsch einer Mutter, mit dem neuen (Ehe)Mann eine richtige, normale Familie zu sein und den Vater auszuschließen, weil er stört, immer weniger berücksichtigt.
  • Bedenken wegen des Lebenswandels des Vaters werden nur dann eine Rolle spielen, wenn dadurch auch seine Fähigkeit und Qualität als Vater beeinträchtigt wird – z.B. er nimmt das Kind zu seinen häufigen Wirtshausbesuchen mit, er sitzt bloß stundenlang vor dem Fernseher u.ä.

Art und Umfang des Umgangsrechts

Es gibt keine gesetzliche Regelung oder sonst verbindliche Festlegungen dafür, wie oft und wie lange der Vater das Kind sehen kann. Das hängt von Umständen ab, die im Einzelfall ja ganz verschieden sein können. Einige allgemeine Grundsätze können aber schon von Bedeutung sein:

Wenn das Kind noch sehr klein ist, ist psychologisch gesehen ein zu langes getrennt sein von der wichtigsten Bezugsperson nicht gut. Je kleiner das Kind ist, desto kürzer ist die Zeit, in der es das "innere Bild" dieser Person festhalten kann. Es ist deshalb besser, öfter, dafür aber nicht so lange den Umgang zu pflegen.

Zu kurz darf die Zeit des Zusammenseins aber nicht sein. Im Allgemeinen werden Zeiten von weniger als drei Stunden nicht sinnvoll sein. Vater und Kind brauchen Zeit, sich aufeinander einzustellen, Kontakt zu finden, auch Zeit für gemeinsame Unternehmungen. Es ist auch wichtig, den unvermeidlichen Abschied gegen Ende des Besuchs richtig einzuleiten, damit er nicht zu abrupt erfolgt.

Häufig werden die Besuche alle zwei Wochen am Wochenende vereinbart oder geregelt. Das ist im Allgemeinen vernünftig. Häufigere Kontakte – auch während der Woche – können in Betracht kommen und werden von den Gerichten auch zugebilligt, wenn zwischen Vater und Kind eine enge Beziehung besteht, die nicht abgebrochen werden soll.

Zusätzlich zu den Wochenenden können Zusammenkünfte an den großen Festen und für eine zusammenhängende Zeit während der Ferien in Betracht kommen.

Die sorgeberechtigte Mutter ist, wie oben gesagt, verpflichtet, bei dem Kind darauf hinzuwirken, dass es die Besuche auch macht. Der Vater sollte nicht ohne Rücksicht auf die Wünsche des Kindes darauf bestehen. Je älter die Kinder sind, desto eher haben sie eigene Pläne für ihre Freizeitgestaltung, und die sollte man nicht durch starres Festhalten an einer einmal getroffenen Regelung vereiteln.

Wenn ein Kind nach den Besuchen unruhig ist, schlecht schläft und ähnliche Symptome zeigt, ist das nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass es vom Vater während der Besuchszeit falsch behandelt wird und deshalb die Besuche eingestellt werden müssen. Oft hängt das damit zusammen, dass das Kind die Spannung zwischen den Eltern mitfühlt und nicht gut verarbeiten kann. Je besser die Eltern auch nach der Trennung diese Situationen ver- und bearbeiten können, desto ungezwungener wird sich das Kind verhalten.